2. April 2014

Halbjahresbilanz auf dem Ausbildungsmarkt Oberberg

IHK Köln: Jugendliche haben noch beste Chancen auf einen Ausbildungsplatz

„Der Start in das Ausbildungsjahr 2013/2014 ist verhalten“, so beschreibt Michael Sallmann, Geschäftsführer der IHK Köln und Leiter der IHK-Geschäftsstelle Oberberg, den Start in das Ausbildungsjahr 2013/2014. Und das obwohl die Chancen auf einen Ausbildungsplatz noch nie so gut waren wie zurzeit. Die Anzahl und die Qualität der angebotenen Ausbildungsplätze sind im Oberbergischen Kreis gut: Attraktive Ausbildungsberufe wie Verfahrensmechaniker Kunststoff- und Kautschuktechnik, Maschinen- und Anlagenführer oder Fach-informatiker/Systemintegration warten nur auf den richtigen Kandidaten oder die richtige Kandidatin. „Dabei profitieren die Jugendlichen gerade in ländlichen Regionen wie Oberberg bereits jetzt von den demografische Veränderungen – den in immer mehr Betrieben spür-baren Mangel an gut ausgebildeten Fachkräften“, so Sallmann. „Ende März eines jeden Jahres sind jeweils erst ein Viertel der Ausbildungsverträge eines gesamten Jahrgangs registriert und entsprechend groß ist noch die Auswahl“, erklärt Sallmann.

Allerdings sei in diesem Jahr keine Steigerung bei der Zahl der Ausbildungsverträge zu erwarten, so Sallmann: „Die klassische Lehre steht bei den Jugendlichen und ihren Eltern nicht ganz oben auf dem Wunschzettel für die Lebensplanung – zu Unrecht“, so Sallmann. Denn: Mit einer Ausbildung legen Jugendliche eine perfekte Basis für die spätere Karriere – Studium übrigens nicht ausgeschlossen. Und die Unternehmen sind auf den Fachkräfte- nachwuchs dringend angewiesen, das zeigen beispielsweise die IHK-Konjunkturumfragen ganz deutlich.

Um Unternehmen und Jugendliche erfolgreich zusammenzuführen, stellt die IHK Köln auch in diesem Jahr wieder viele Angebote zur Verfügung: Die Ausbildungsstellen-Datenbank der IHK Köln listet über 600 freie Ausbildungsplätze auf, Aktivitäten wie das Azubi-Speed-

Dating im Juni, der Ausbildungsplatz-Hotline ab Mitte Juli und vielen Aktionen in Schulen sollen möglichst vielen Jugendlichen einen Einstieg in ein chancenreiches Berufsleben mit einer Ausbildung ermöglichen.

Aktuell (Stichtag 28. März 2014) liegt die Zahl der neu eingetragenen Ausbildungsplätze in den 196 IHK-Berufen (Industrie-, Handels- und Dienstleistungsberufe) für das laufende Jahr bei 1.903 Verträgen, das sind 91 Verträge (minus 4,56 Prozent) weniger als zum Vorjahres- stichtag. Regional ergeben sich dabei Unterschiede: In Oberberg ist die Anzahl der bei der IHK neu eingetragenen Ausbildungsverträge leicht um elf auf 363 zurückgegangen (minus 2,94 Prozent); der Rheinisch-Bergische Kreis erzielte dagegen ein Plus von 2,94 Prozent.

Fazit der IHK Köln zur Halbzeit des Ausbildungsjahres 2013/14: Die Unternehmen wollen ausbilden und benötigen die zukünftigen Fachkräfte auch dringend. Die vielen noch freien Ausbildungsplätze passend zu besetzen wird jedoch immer schwieriger. So klagen Fach- geschäfte im spezialisierten Einzelhandel wie auch kleinere Metallbetriebe in Oberberg über das fehlende Interesse von Bewerbern. Um zu verhindern, dass freie Ausbildungsplätze nicht besetzt werden, vermittelt die passgenaue Ausbildungsstellenvermittlung der IHK- Geschäftsstelle Oberberg aktiv Angebot und Nachfrage.

Kreishandwerkerschaft Bergisches Land meldet im Frühjahr 2014 (noch) rückläufige Anzahl der neu eingetragenen Ausbildungsverträge

Die aktuellen Ausbildungszahlen der von der Kreishandwerkerschaft Bergisches Land betreuten Ausbildungsverhältnisse zum Stand März 2014 sind im Vergleich zu den Zahlen des Vorjahreszeitraumes gesunken. Marcus Otto, Hauptgeschäftsführer der Kreishand- werkerschaft Bergisches Land, bedauert diesen Rückgang sehr – gerade vor dem immer wieder zitierten Hintergrund des Fachkräftemangels. Gleichzeitig führt er jedoch aus, dass noch viele Ausbildungsverträge bis zum Spätsommer eingetragen werden.

Betrachtet man die aktuellen Zahlen nach den verschiedenen Gewerken, so besteht ein durchgängiger Rückgang im gesamten Innungsgebiet der Kreishandwerkerschaft Bergi- sches Land im Bereich des Friseurhandwerks. Ebenso ist ein Rückgang der eingetragenen Ausbildungsverhältnisse bei den Dachdeckern, den Elektrotechnikerberufen sowie den Malern zu verzeichnen. Otto führt diese Entwicklung auf verschiedene Gründe zurück: „Zum einen kommt der demographische Wandel an dieser Stelle immer stärker zum Tragen, zum anderen ist vielen Jugendlichen die Attraktivität einer handwerklichen Aus-bildung nicht bewusst und viele junge Menschen setzen, ohne näher ihre eigenen Stärken und Neigungen zu überprüfen, die schulische Laufbahn weiter fort statt eine Ausbildung zu beginnen.“ Hier sei das Handwerk besonders gefordert, weiter – wie bereits mit der bekannten Imagekampagne getan – um qualifizierten Nachwuchs zu werben.

Im Gegensatz zu den zuvor genannten Gewerken ist insbesondere im Tischlerhandwerk ein starker Zuwachs bei den Ausbildungsverträgen gegeben. Besonders erfreulich ist auch das Plus bei dem Ausbildungsberuf des/der Bäcker(s)/in im Oberbergischen Kreis.

Positiv äußert sich Otto über die neuen Büro-Ausbildungsberufe. Ab August dieses Jahres gilt für den reformierten Ausbildungsberuf Kauffrau/Kaufmann für Büromanagement eine neue Ausbildungsordnung, bei der durch verschiedene Wahlqualifikationen unterschiedliche Schwerpunkte gewählt werden können. „Dies führt im Ergebnis zu einer höheren Attraktivität dieses Berufs – auch für das Handwerk“, so Otto. Abzuwarten ist, wie sich die Ausbildungszahlen im Kraftfahrzeuggewerbe entwickeln werden nach Wegfall des zweijährigen Ausbildungsberufes des Kraftfahrzeugservicemechanikers. Bisher gibt es keine Zunahme bei den Ausbildungszahlen des Kraftfahrzeugmechatronikers. Otto: „Wir hoffen jedoch, dass sich dies bis Ende September noch ändern wird.“

Insgesamt schätzt die Kreishandwerkerschaft Bergisches Land den weiteren Trend für das laufende Ausbildungsjahr positiv ein: „Wir rechnen mit stabilen Ausbildungszahlen am Ende das Ausbildungsjahres“, sagt Marcus Otto. So hat die aktuelle Konjunkturumfrage der Kreishandwerkerschaft Bergisches Land gezeigt, dass die hiesigen Betriebe von stabilen bis leicht positiven Verhältnissen für das Jahr 2014 ausgehen. Verbunden damit ist auch die Bereitschaft der Betriebe, weitere Ausbildungsplätze anzubieten. Dabei ist den Betrieben sehr bewusst, wie wichtig das eigene Ausbildungsmarketing und -management für die Sicherung des zukünftigen Nachwuchses ist. Gleichzeitig müsse jedoch weiter daran gearbeitet werden, dass die Ausbildungsreife vieler Jugendlicher zunehme, da immer öfter festgestellt würde, dass Bewerber für die verschiedenen handwerklichen Ausbildungsberufe schlicht nicht geeignet sind. Vor diesem Hintergrund wird die Kreishandwerkerschaft Bergisches Land die bereits starke Zusammenarbeit mit allgemeinbildenden Schulen sowie Förderschulen weiter ausbauen.

Im Bezirk der Handwerkskammer zu Köln sind derzeit im Internet unter www.berufsinfo.org noch gut 600 nicht besetzte Ausbildungsstellen eingestellt.

Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach: Mehr freie Stellen – und mehr Bewerber/innen

In diesem Jahr haben erneut mehr Arbeitgeber die Agentur für Arbeit zur Vermittlung von Ausbildungsstellen genutzt: Insgesamt 2.566 Berufsausbildungsstellen wurden der Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach bis Ende März gemeldet – das sind 206 (8,7 Prozent) mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig haben in diesem Jahr mehr Bewerber mit dem Wunsch nach einer Ausbildungsstelle die Agentur in Anspruch genommen. Derzeit gibt es 3.953 gemeldete Bewerber um eine Ausbildungsstelle. Dies sind 404 oder 11,4 Prozent mehr als im Vorjahr.

Derzeit gelten noch 2.468 Bewerber unversorgt – dies sind 233 (oder 10,4 Prozent) mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig sind noch 1.487 Ausbildungsstellen unbesetzt – 109 oder 7,9 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die hohe Anzahl an noch unversorgten Bewerber bietet den Arbeitgebern die Möglichkeit, das volle Potenzial an Bewerbern zu nutzen. Stefan Krause, Vorsitzender der Geschäfts- führung der Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach: „Zum voraussichtlich letzten Mal können sie aus dem Vollen schöpfen. Der demografische Wandel wird die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber um einen Ausbildungsplatz in den nächsten Jahren stark reduzieren. Daher ist es wichtig, jetzt umzudenken und auch vermeintlich schwächeren Bewerbern eine Chance zu geben. Das Zeugnis als alleiniges Auswahlkriterium hat ausgedient. Sinnvolle Praktika helfen, die Potenziale dieser Schüler/innen zu entdecken und auch auf diesem Wege geeignete Auszubildende zu finden.“

Im Oberbergischen Kreis wurden bislang 1.150 Berufsausbildungsstellen gemeldet. Dies sind 79 oder 7,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Davon sind derzeit noch 570 unbesetzt – 62 oder 12,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Auf Bewerberseite stehen diesen Stellen 1.959 gemeldete Ausbildungssuchende gegenüber. Dies sind 278 oder 16,5 Prozent mehr als im Vorjahr. 1.148 gelten zum aktuellen Stand als unversorgt – dies sind 92 oder 8,7 Prozent mehr als im Vorjahr

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